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Die Evolution eines T-Shirts

Nachdem ich bereits teilweise über die verschiedenen Stufen unserer T-Shirt Produktion berichtet habe, nochmal ein zusammenfassender Artikel. Ausgehend vom Rohstoff, bis hin zum fertigen Produkt, hier nochmal ein kurzer Evolutionsverlauf:

Anbei ein Foto, wie das Endprodukt schlussendlich aussieht… aber bis dahin war es ein weiter Weg….

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Schritt 1: Materialauswahl

Zu allererst sollte man sich für ein passendes Material entscheiden. Bei den meisten T-Shirtproduktionen wird 100% Baumwolle verwendet, hin und wieder sieht man auch eine Kombination aus Baumwolle und Polyester oder Spandex (z.B 80%/20%). Baumwolle ist aber nicht gleich Baumwolle, es gibt hier unzählige Varianten, die sich in Qualität und Preis erheblich unterscheiden. Im fashion Bereich wird meistens eine weiche, leichte Baumwolle bevorzugt.

Schritt 2: Vorbehandlung - preshrunk rockt!

Auch wenn das kein “must” ist und in den meisten Fällen sicher auch nicht zum Standardprogram gehört, haben wir uns entschieden, die Baumwolle diesmal vorbehandeln zu lassen. Der Stoff wird hierbei vor dem eigentlich Produktionsprozeß “vorgewaschen”. Das T-Shirt wird somit waschmaschinenfest und geht beim waschen nicht mehr bzw. nur noch sehr sehr minimal ein. Das ist sehr von Vorteil, da reine Baumwolle, wenn unbehandelt in der Regel um eine Grösse schrumpft während des ersten Waschvorganges. Dies zu vermeiden ist also wünschenswert.

Schritt 3: Sampling und Materialtest

Hat man sich für einen geeigneten Stoff entschieden, werden die ersten Muster in Auftrag gegeben. Vorausgesetzt natürlich, man hat bereits ein Schnittmuster. Ist das Samplestück erst mal fertig, sollte es ausgiebig getestet werden, um Tragekomfort und Passform zu überprüfen. Wichtig ist, daß man das T-Shirt zwischendurch mehrmals wäscht, um zu sehen inwieweit sich die Beschaffenheit nach dem Waschen ändert. Schrumpft das T-Shirt übermässig oder verzieht es sich gar?

Schritt 4: Produktion und Branding

Sobald das Muster den eigenen Vorstellungen genau entspricht, kann der eigentliche Produktionsprozeß losgehen. Die einzelnen Stoffteile werden dem Schnittmuster entsprechend geschnitten und zusammengenäht. Einzelne Stellen können, wenn gewünscht, mit einem Branding versehen werden. Wir haben uns diesmal für ein bedrucktes Label im Nackenbereich und zwei angenähte Label im sichtbaren Bereich (Arm und Rückseite am unteren Saum) entschieden. Ein eigenes Label muß nicht sein, wertet das Shirt aber mit Sicherheit auf, dient der Markenbildung und schafft eine persönlichere Note.

Schritt 5: Die Veredelung

Unter Veredelung versteht man z.B das Bedrucken oder Beflocken eines T-Shirts. In den meisten Fällen wird hier die Siebdrucktechnik verwendet, da hier mit Abstand die beste Qualität erzieht wird. Das bedrucken ist eine interessante Angelegenheit und erfolgt in den meisten Fällen in Handarbeit.

Zum Druckvorgang ein kurzer Auszug von wikipedia:

Die Druckform des Siebdrucks besteht aus einem Rahmen, der mit einem Gewebe bespannt ist. Auf das Gewebe wird fotografisch (bei künstlerischen Arbeiten manchmal auch von Hand) eine Schablone aufgebracht. Die Schablone verhindert an denjenigen Stellen des Druckbildes, die nicht drucken sollen, den Farbauftrag.

Die Druckform wird in einer Druckmaschine über dem zu bedruckenden Material (Bedruckstoff) befestigt. Nun wird Druckfarbe auf das Gewebe aufgetragen und mit einer Gummirakel durch die offenen Stellen der Schablone auf den Bedruckstoff gestrichen (gerakelt). Die Farbe wird dabei durch die Maschen des Gewebes gedruckt und auf die Bedruckstoffoberfläche aufgetragen. Nach dem Druck wird das bedruckte Material der Maschine entnommen und zum Trocknen ausgelegt.

Schritt 6: Endspurt - Packing & Shipping

Beinahe geschafft… Zum Schluß sollten die T-Shirts nochmal gebügelt werden. Anschliessend wird dann alles ordentlich verpackt und die Hangtags werden am Shirt angebracht. Je nach dem, wo man produzieren lässt, kann der Shipping- resp. Importvorgang, eine nochmal entscheidende Rolle spielen. Die entsprechenden Zolldokumente müßen vorbereitet werden: bei Textilien benötigt man in den meisten Fällen ein sogenanntes “Ursprungszeugnis”, welches bescheinigt, in welchem Land das Textil hergestellt wurde. Bei Einfuhr aus einem Nicht-EU Land werden Zollgebühren und die Einfuhrumsatzsteuer erhoben. Je nach Ursprungsland liegen die Zollsätze für Baumwoll Shirts in der Regel bei 10%-13%.

Fazit:

Wie man sieht, ein ganz schön weiter Weg bis zum eigentlichen Endprodukt. Das ganze ist natürlich nur grob umrissen und basiert auf unserer eigenen Erfahrung. Den kompletten Produktionsprozeß selbst in die Hand zu nehmen ist natürlich optional. Es gibt zahlreiche Anbieter wie beispielsweise American Apparel, Fruit of the Loom etc. von denen man bereits komplett fertige blank T-Shirts beziehen kann. Man muß hier dann natürlich entsprechend Einschränkungen machen, was das customizing angeht. Ich persönlich schätze es in jeder einzelnen Produktionsstufe Einfluß nehmen zu können, die Erfahrungen die man dabei macht, sind am Ende unbezahlbar.

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